Datenlöschung – Aber so, dass die Daten wirklich weg sind!

Die Datenlöschung ist ein entscheidender Schritt, mit dem du sicherstellen kannst, dass all deine persönlichen Informationen vollständig vom Gerät entfernt werden. Anders als du vielleicht glaubst: das Zurücksetzen auf Werkseinstellungen reicht alleine nicht aus, da die so gelöschten Daten mit relativ wenig Aufwand wiederhergestellt werden könnten. Daher ist eine gründliche Datenlöschung unerlässlich, um deine Privatsphäre und Sicherheit zu gewährleisten

Wo finde ich relevante Daten?

Deine schützenswerten Daten befinden sich nicht nur in offensichtlichen Quellen wie der Fotogalerie oder dem Telefonbuch, sondern auch in Anwendungen wie Kalendern, Notizbüchern, Anrufverläufen und Nachrichten.

Kalender und Notizen: Durchsuche deine Kalender- und Notizanwendungen und entferne jegliche persönlichen Einträge, Termine oder Notizen. Achte darauf, dass du den Papierkorb oder den Ordner für gelöschte Elemente leerst.

Anrufverlauf: Lösche sämtliche aufgezeichneten Anrufe im Gerät, sowohl eingehende als auch ausgehende. Vergiss nicht, den Ordner für gelöschte Anrufe zu überprüfen und zu leeren, um sicherzustellen, dass alle Anrufprotokolle entfernt sind.

Nachrichtenverwaltung: Lösche alle Nachrichten aus der Textnachrichten- oder Messaging-App. Dies umfasst SMS, MMS und Nachrichten von Drittanbieter-Apps. Achte Sie darauf, sowohl empfangene als auch gesendete Nachrichten und Medien zu entfernen, um keine Spuren zu hinterlassen.

(Weitere) Drittanbieter-Apps: Insbesondere Apps von Drittanbietern könnten Zugriff auf persönliche Daten haben. Überprüfe alle installierten Apps und entferne oder lösche alle damit verbundene Daten.

Cloud-Synchronisation: Nachdem du die persönlichen Daten aus den Anwendungen gelöscht hast, deaktiviere die Synchronisation mit Cloud-Diensten, um sicherzustellen, dass keine Daten unbeabsichtigt wiederhergestellt werden können.

Falls möglich, deinstalliere die betreffenden Anwendungen oder setze sie – sofern eine Deinstallation nicht möglich ist – auf die Werkseinstellungen zurück. Dadurch werden sämtliche personalisierte Daten aus diesen Anwendungen gelöscht und sie werden auf die Standardeinstellungen zurückgesetzt.

Datensicherung von der Datenlöschung

Überprüfe, welche Daten du löschen möchtest. Da die Daten nach der Datenlöschung verloren sind, stelle sicher, dass du alle für dich wichtigen Daten vorher gesichert hast. Wie du hier am besten vorgehst zeigen wir dir in unserem Ratgeber zur Datensicherung.

Die gründliche Datenlöschung

Das gründliche Löschen von Daten beginnt damit, dass du verstehst, wie der Löschprozess funktioniert. Das einfache Löschen von Dateien entfernt lediglich die oberflächlichen Verknüpfungen, während die eigentlichen Daten auf dem Gerät verbleiben. Solange der Bereich auf dem Speichermedium nicht mit alternativen Daten „neu besetzt“ ist, ist eine Wiederherstellung für (Semi)-Profis relativ einfach umsetzbar. Ein gründlicher Datenlöschungsprozess erfordert demnach mehrfache Überschreibungen des betreffenden Speicherbereichs, um eine Wiederherstellung zu erschweren und im Optimalfall auch zu verhindern. Nur so kannst du deine Privatsphäre und Daten schützen. Die Standardlöschfunktionen des installierten Betriebssystems sind daher oft nicht ausreichend.

Es gibt unterschiedliche Softwarelösungen von Firmen, die Kauf- und kostenfreie Versionen anbieten. Spezialisierte Löschsoftware, die in der Lage ist diesen Prozess durchzuführen, sind beispielsweise „DBAN“, „Eraser“ oder „CCleaner“. Diese Programme überschreiben Daten mehrfach, um eine effektive und sichere Löschung sicherzustellen. Falls das Gerät oder das Betriebssystem inkompatibel mit der Löschsoftware sind, so erstelle eine bootfähige Medien.

Spezielle Löschsoftware benutzen

Bei der Verwendung von spezieller Software musst du natürlich einige Dinge beachten, wie beispielsweise die Auswahl des richtigen Ziellaufwerks der Operation. Irrst du dich hier, so löschst du fälschlicherweise Laufwerken und kannst unbeabsichtigten Datenverlust erleiden. Neben der Auswahl des Ziellaufwerks ist die Löschmethode von Interesse. Je nach der gewünschten Sicherheitsstufe gibt es geeignete und nicht geeignete Methoden. Die Methoden mit höherer Sicherheitsstufe benötigen im Regelfall mehr Zeit für die Löschung. Verschiedene Datenlöschungsprogramme bieten dazu auch unterschiedliche Methoden an.

Wenn du den Löschvorgang mit der ausgewählten Methode startest, läuft das Überschreiben los. Beachte dass dieser Schritt in der Regel irreversibel und nicht mehr anhaltbar ist. Überwache den Fortschritt des Löschvorgangs, um sicherzustellen, dass er reibungslos verläuft. Nach Abschluss des Löschvorgangs erhältst du eine Meldung über den Erfolg. Überprüfe sorgfältig, ob alle ausgewählten Daten auf dem Laufwerk wirklich gelöscht sind. Wenn du über genügend Fähigkeiten und Kenntnisse zur Datenherstellung verfügst, dann kannst du einen Test bezüglich der Wiederherstellung deiner Daten durchführen. um die Wirksamkeit der Datenlöschung zu überprüfen. Wenn die Wiederherstellung fehlschlägt, war die Löschung erfolgreich.

Beachte, dass dieses Vorgehen auch von der betroffenen Hardware abhängig sein kann: So gibt es bei der Löschung von Solid-State-Laufwerken (SSDs) spezifische Anforderungen dieser Technologie. Einige SSDs verfügen beispielsweise über eigene Hardware-Löschfunktionen, die du berücksichtigen solltest Überprüfe die Herstellerseite deines Geräts bzw. deines Speichermediums hinsichtlich Vorgaben oder Empfehlungen zur Datenlöschung.

Keine spezielle Löschsoftware zur Hand? Unser Tipp!

Falls du keine Software hast, kennst oder installieren möchtest, gibt es auch alternative Möglichkeiten. Hierzu löschst du zunächst händisch alle Dateien mit der eingebauten (alleine unsicheren) Löschmethode. Wir erzeugen uns nun selbst Daten, mit denen wir die leeren Speicherbereiche auffüllen und somit die Wiederherstellung erschweren bzw. unmöglich machen.

Bei einem Gerät wie z.B. einem Laptop erzeugst Du Dir mit einem einfachen Bildeditor eine Datei, die sehr groß ist. Zum Beispiel durch ein sehr großes Bild (Kantenlänge 2m x 2m), welches du mit unterschiedlichen Farben bemalst. Diese Datei speicherst Du ab und kopierst sie so oft in einen beliebigen Ordner, bis das Speichermedium voll ist. Nun setzt du das Gerät neu auf und erzeugst nach der kurzen Einrichtung des Geräts erneut ein Bild und kopierst es wie zuvor beschrieben. Dies kannst du nun beliebt oft wiederholen. Alternativ kannst du statt dem Neueinrichten deines Geräts auch einfach „nur“ die Bilderkopien löschen. Durch dieses Vorgehen wird der Speicherbereich immer wieder mit Daten der unwichtigen Bilder belegt und deine Ursprungsdaten sind schwer bzw. gar nicht mehr wiederherstellbar. Je öfter du dieses Prozedere wiederholst, desto sicherer wird es.

Bei einem Gerät wie z.B. einem Smartphone oder Tablet, du die eingebaute Kamera. Bring das Gerät in einen dunklen, ruhigen Raum und verdeck die Kamera blickdicht. Stell die höchste Qualität und Auflösung in der Kameraapp ein. Nun starte eine Videoaufzeichnung und verlasse den Raum. Das nun erzeugte Video überschreibt den freien Speicherbereich. Wenn der Speicher deines Geräts voll ist, wird die Videoaufzeichnung abbrechen. Danach setzt du dein Gerät auf die Werkeinstellungen zurück und richtest es notdürftig ein. Im Anschluss zeichnest du erneut ein Video nach demselben Verfahren auf (max. 7 Mal) und gehst immer wieder wie beschrieben vor. Dadurch sind deine ursprünglichen Daten ziemlich sicher vor einer ungewollten Wiederherstellung.

Noch Fragen offen?

Falls du bei irgendetwas unsicher bist oder noch Fragen bestehen, dann empfiehlt es sich Fachleute für IT-Sicherheit oder Experten für Datenlöschung zu konsultieren. Ebenso ist das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik eine gute Anlaufstelle.

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